Restaurant U Partíka

Klubzentrale – Gasthaus U Partíka in Litvínov / Oberleutensdorf

Das Gasthaus hieß einst Zur Grundschänke. Das Haus war ziemlich berühmt und weit und breit bekannt. Am Stadtplan von Oberleutensdorf aus dem Jahr 1936 steht die Grundschänke unter 26 damaligen bedeutsamen Einrichtungen oder Häuser der Stadt. Das Gasthaus Zur Grundschänke stand am Platz 23 in der Reihe in der guten Gesellschaft der Gebäude wie z. B. Kirche, Kreisgericht, das alte Rathaus, Waldsteiner Schloß usw. Unter dem Namen Türmers Gasthaus, da der damaliger Wirt Karl Türmer hieß.

Die Hausnummer 282 gibt es seit je und eh. Und die Straße an deren Ausgang das Gasthaus liegt hieß einst Schillerstraße. Die Straße ging weiter hoch hinter dem Haus zum Schönbacher Weg. Dieser ist heutzutage eine Straße mit ziemlich regem Betrieb und mündet in der Stadt Meziboří (früher ein Dorf namens Schönbach). Und keine Anderen als die Dörfler von Schönbach, einem bloß 3 km entfernten Dorf, waren oft zu Gast im Haus.

Zeitzeugen haben uns Folgendes erzählt: Frauen und Mädels von Gebirgsdörfern hielten nach dem zeitigen Gehen vor dem Gasthaus an. Sie wollten sich noch vor der Austragung und Verkauf von Milchprodukten von den Erzgebirgsweiden zurechtmachen. Dazu ließ der Wirt vor dem Haus ein gemauertes Bänkchen mit einer festen Lehne für Tragekorb errichten, um dann leicht aufzustehen. Und auf der Rückreise labten sie da. Die mussten noch nicht nur nach Schönbach hinaufsteigen, aber auch zu weiter liegenden Gemeinden wie z. B. Lange Wiese, Fleyh und anderen. Der Weg oberhalb des heutigen Meziboří / Schönbach nennt man bis heute Máselná (Butterweg). Kinder, die zur Schule in Oberleutensdorf gingen, rodelten im Winter runter von Schönbach. Sie hoben immer die Schlitten im Gasthaus auf, um diese dann auf der Rückreise abzuholen.

Im Laufe der Zeit begann man auch in Litvínov mit Ausbau der Plattenbauten. Das hatte leider auch einen Einfluss auf das beliebte Gasthaus. Baufirmen haben damals drin Läger und Büros errichtet. Das gemauerte Bänkchen wurde verwaist. Kinder haben ihr Obdach für Schlitten verloren. Das Haus wurde mit Plattenbauten umgeben, die Läger ließen sich nicht mehr verwenden und das ehemalige Gasthaus wartete geduldig weiter und hat gehofft, dass jemand das wieder entdeckt und den Hall von Menschen am Bierchen und Schnattern der Kindern, welche vielleicht wieder um das Bänkchen mit Mamas rumlaufen. Nach Abschaffung der Läger und Büros haben da eine gewisse Zeit zwei Familien gelebt.

@ Steffen Träger

Na, endlich hat das Gasthaus seine Blütenzeiten erreicht! Nach dem Jahr 1989 hat das Haus Herr Ladislav Angelovič erworben. Er hat das ganze Objekt saniert und nicht nur das: er hat sogar das Restaurant eröffnet, welches viele von uns nur noch von alten Geschichten kannten.

Zurzeit besitzt das Restaurant Herr Zralý. Anfänge waren ziemlich schwierig. Er musste vom Objekt 17 Container Müll hinausbringen, das Haus bekam einen neunen „Mantel“, eine neue Außen- und Innenterasse angebaut, ganz gemütlich, auch bedachter Platz mit Grill und Kinderecke kam mit dazu. In das berühmte Gasthaus kam das Leben wieder! Das lächelnde Personal kümmert sich hervorragend um die Gästezufriedenheit, Bäuchen werden zufrieden gestellt. Uns an das Bier von Svijany, welches bei U Partíka vom Fass gibt, haben nicht nur Stammgäste aus Litvínov Gefallen gefunden, sondern auch deutsche Gäste aus den benachbarten sächsischen Gemeinden. Und mit Vergnügen empfängt allen das Maskottchen des Restaurants, der Kater Mikeš.

Es ist nun ein paar Jahre her, da kam in das Häuschen ihres Urvaters Karl Türmers seine Urenkelin und sie war begeistert und glücklich, dass die Gaststätte fast ein Jahrhundert überlebt hat und dass Menschen immer wieder diese wegen leckerem Essen und gutem aufsuchen und zurück gerne kommen.

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